So nutzt du Geo Arbitrage als digitaler Nomade

Zuletzt aktualisiert: 18. Januar 2017 | in Weltbürger

Geo-Arbitrage-Online-Business

Ich liebe an meinem Online Business die Tatsache, dass ich nicht jeden Tag zu einem Büro fahren muss. Es gibt für mich keinen Zwang, eine Stunde früher aufzustehen, um von daheim zur Metro zu gehen, auf die Metro zu warten, mit der Metro zu fahren und von der Metro zum Büro zu gehen.

Und es gibt auch keine Notwendigkeit, nach der Arbeit eine weitere Stunde zu vergeuden während ich zur Rush Hour wieder nach Hause fahre. Keine Notwendigkeit, jeden Tag ein paar Stunden zu vergeuden. Ganz zu schweigen von all den gestressten Leuten in Bürokleidung um einen herum.

Stattdessen kann ich am Morgen einfach aufwachen, mit meiner Freundin in Ruhe frühstücken und unmittelbar danach meinen Laptop einschalten und anfangen, in meinem „Home Office“ zu arbeiten. Eines der Dinge, das ich also an meinem Leben momentan am meisten liebe ist:

Ich bin in der Lage, ortsunabhängig zu arbeiten.

Das hat aber noch ganz andere Vorteile. Die Tatsache, dass ich in der Lage bin von überall auf der Welt zu arbeiten, egal ob das ein Apartment in Bangkok ist, das ich für sechs Monate miete, oder ein Hotelzimmer in Brisbane, ermöglicht mir ein Konzept namens Geo Arbitrage auszunutzen.

Was ist Geo Arbitrage?

Der Begriff „Arbitrage“ kommt aus der Finanzwelt: Das Ausnutzen von Preisunterschieden in zwei verschiedenen Märkten. Das Geo-Arbitrage bezieht sich auf das „richtige“ Leben:

Geo Arbitrage ist das Ausnutzen von unterschiedlichen Lebenshaltungskosten und Lohnniveaus in verschiedenen Ländern.

In anderen Worten:

Wenn du im Ausland lebst, kannst du deutlich günstigere Lebenshaltungskosten im Vergleich zu Deutschland haben. Und noch besser: Du kannst bestimmte Aufgaben (wie Artikel schreiben, Web Design, Kundenservice) auslagern an Leute in Ländern mit deutlich niedrigeren Lohnniveaus als in den Ländern, in denen du deine Produkte oder Services verkaufst.

Lass uns mal beide Möglichkeiten genauer ansehen.

Die 2 Arten von Geo Arbitrage

  1. Gleiches Einkommen, aber niedrigere Ausgaben: Du verdienst Euro oder US Dollar und gibst Thai Baht oder Malayischen Ringgit aus. Hört sich das nicht klasse an? Genauso ist es auch. Und es gibt immer mehr Leute, die dieses Prinzip für sich nutzen. Denn wenn du überall arbeiten kannst, dann kannst du einfach in ein Land mit niedrigeren Lebenshaltungskosten ziehen.
    Und das muss nicht heißen, dass du Abstriche bei deiner Lebensqualität machen musst. Im Gegenteil: Es ist der Traum vieler Deutschen, in Ländern wie Thailand oder den Philippinen zu leben, weil das Leben dort so aufregend und viel angenehmer ist als in Deutschland (rate mal, wo ich gerade schreibe? In Bangkok). Für die meisten Leute wird das aber immer ein Traum bleiben, weil es in diesen Ländern einfach enorm schwierig ist, einen gut bezahlten Job zu finden. Wenn du allerdings ein Online Business hast und Euros oder Dollars verdienst, dann sieht das ganz anders aus.
  2. Auslagern von Arbeiten zu niedrigeren Kosten: Dieses Konzept ist vollkommen unabhängig zu Nummer 1 – du kannst also beide gleichzeitig nutzen und so den Geo Arbitrage nochmal verstärken: Egal wo auf der Welt du gerade lebst, du kannst bestimmte Arbeiten immer an Leute in Ländern mit einem niedrigeren Stundenlohn als in Deutschland auslagern.
    Konkret: Du kannst auf Fiverr oder Upwork gehen und jemanden aus Marokko deine deutschen Blog Posts auf Französisch übersetzen lassen. Oder einen Inder saugünstige (und einzigartige) Artikel für deine PBNs schreiben lassen. Oder einen Filipino für Kundenservice für deine SEO Agentur einstellen. Und das alles zu einem Bruchteil der Kosten im Vergleich zu deutschen Freelancers oder Angestellten. Und das alles ohne dein Einkommen zu verringern – gleiches Einkommen, niedrigere Ausgaben, mehr Gewinn.

Ein praktisches Beispiel:

Du baust Amazon Affiliate Nischenseiten. Du könntest dann die Entscheidung treffen, nach Thailand zu ziehen, wo du weniger als die Hälfte der Lebenshaltungskosten hast im Vergleich zu Deutschland (vor allem die Mietpreise für Wohnungen sowie Verkehrsmittel sind hier deutlich günstiger – und gleichzeitig lebst du in einem wunderschönen und aufregenden Land).

Indem du das tust, hast du dir den ersten Vorteil von Geo Arbitrage zu Nutze gemacht. Du hast nach wie vor dasselbe Einkommen durch deine Amazon Affiliate Seiten, und gleichzeitig niedrigere Lebenshaltungskosten in Thailand.

Außerdem entscheidest du dich, das Artikelschreiben und den PBN Seitenaufbau an ein oder zwei Filipinos auszulagern. Sie sprechen fließend Englisch und viele haben auch gute Fähigkeiten im Web Design. Und selbst wenn nicht: Es ist nicht schwierig sie zu trainieren, was genau sie tun sollen – zu weniger als die Hälfte des Stundenlohns, den du an einen Deutschen für vergleichbare Arbeiten zahlen müsstest.

Wie du Geo Arbitrage für dein Online Business nutzt

Der Hauptgrund für die meisten Leute, schließlich aufzugeben und nicht mehr weiter an ihren Online Businesses zu arbeiten, ist weil sie nicht genug verdienen um gut zu leben und dazu noch Geld für die Zukunft zu sparen.

Das gutes Beispiel dafür ist, dass du 3 SEO Kunden hast, die jeweils 1.000 Euro pro Monat zahlen und mit denen du voll ausgelastet bist – du hast keine Zeit für andere Projekte, keine Möglichkeit dein Einkommen zu steigern. In Deutschland sind 3.000 Euro gerade so ausreichend, um gut über die Runden zu kommen und alle deine Rechnungen zu bezahlen. Es ist allerdings bei weitem nicht genug, um für größere Investitionen wie ein schönes Auto, Haus, das Wohl deiner Kinder (nicht nur „Bildung“!) oder den Ruhestand zu sparen.

Genau deshalb ist das Geo Arbitrage ein so großartiges Konzept. Wenn du einfach in ein günstigeres Land ziehst (vielleicht auch nur für einen begrenzten Zeitraum), dann wirst du nicht nur in der Lage sein, mehr Geld anzusparen, sondern auch deutlich motivierter sein und neue Ideen bekommen, um dein Business zu skalieren. Denn die Wahrheit ist, dass du eigentlich gar keine 3 SEO Kunden haben solltest, die dich Vollzeit auf Trab halten. Das ist wie ein Job – nur ortsunabhängig.

Dadurch wirst du mehr Geld ansparen können und nach ein paar Jahren, wenn du 20 oder 30 Tausend auf der Seite hast, wirst du deutlich selbstbewusster sein und dich an Dinge heranwagen, die du vorher als zu schwierig oder zu ungewiss angesehen hast. Warum? Weil du genug Geld auf der Seite hast, um komfortabel für bis zu 3 Jahre leben und dabei an neuen Projekten arbeiten zu können, die skalierbar sind.

Die Kehrseiten von Geo Arbitrage

Ich denke, du hast nun eine gute Vorstellung davon, was Geo Arbitrage ist, und wenn sich das alles großartig anhört (ist es auch) – es gibt auch ein paar Kehrseiten von diesem Konzept, denen du dir ebenfalls bewusst sein solltest:

  • Wenn du in einem Land wie Thailand oder den Philippinen lebst, hast du zwar niedrigere Lebenshaltungskosten, gleichzeitig kann es aber auch schwieriger sein dich zu motivieren zu geregelten Zeiten zu arbeiten, weil es einfach so verführerisch ist einen Kurztrip zu unternehmen oder ein paar Bierchen in den Bars zu trinken und Billard zu spielen – öfter, als du es vielleicht in Deutschland getan hast.
  • Es entstehen auch Kosten, die du in Deutschland teilweise nicht hattest: Gebühren für Visum, Ausgaben für Reisen und Kurztrips, Ausgaben für verschiedene Arten von „Entertainment“. Das bedeutet, dass du entweder sehr diszipliniert sein musst, oder dein Geo-Arbitrage in Hinsicht auf Lebenshaltungskosten wird niedriger sein, als du zunächst angenommen hast. Ich denke, die gute Mischung macht’s: Du willst dein Leben im Ausland ja schließlich auch genießen.
  • Wenn du dich entscheidest, bestimmte Arbeiten auszulagern, nimmt das oft mehr Zeit, Aufwand und Geld in Anspruch als du erwartest hattest – nicht nur um zuverlässige Freelancer zu finden, sondern auch um sie so anzutrainieren, dass sie genau das machen, was du möchtest.
  • Außerdem werden die Freelancer nie für ewig mit dir zusammenarbeiten – es kann immer passieren, dass du Morgen aufwachst und eine Nachricht von deinem Filipino im Postfach hast, der dir mitteilt, dass er von nun an für jemand anderen arbeitet und keine Zeit mehr für deine Arbeit hat. Oder dass er sich plötzlich gar nicht mehr meldet. Das kommt alles vor, und dann musst du wieder Zeit (und Geld) investieren, um einen Ersatz zu finden.
  • Die Kommunikation mit Freelancern ist nicht immer einfach – vor allem dann, wenn sie sich in anderen Zeitzonen befinden. Ich habe ein paar Übersetzer in verschiedenen europäischen Ländern und führe mit ihnen fast nie „Unterhaltungen in Echtzeit“. Für mich ist das aber kein großes Problem, weil sie ihren Job kennen und ich ihnen die Texte einmal pro Woche sende. Wenn du für sie jedoch andere Arbeiten hast (wie beispielsweise Kundenservice) und du dich mit ihnen regelmäßig austauschen musst, dann kann das durchaus Probleme verursachen (wenn du also auf Hawaii lebst und einen Filipino als Kundenservice eingestellt hast, dann ist das nicht immer ganz so einfach).

Wenn ich ganz ehrlich bin, habe ich diese Kehrseiten hauptsächlich erwähnt, um diesen Guide über’s Geo Arbitrage komplett zu machen. Denn wenn du ein Online Unternehmer bist, dann wirst du bestimmt wissen, dass die meisten dieser Probleme recht einfach zu bewältigen sind. Oder besser gesagt: Sie sind es wert, bewältigt zu werden, wenn man sich die großen Vorzüge von Geo Arbitrage bewusst macht.

Und das war schon alles, was ich dir zu diesem Thema sagen wollte. Ich hoffe, du fandest die Erklärungen zum Geo Arbitrage informativ, die Tipps nützlich und die Beispiele inspirierend. Falls ja, dann mach es einfach. Lebe zumindest für eine gewisse Zeit in einem günstigeren Land und lagere einige deiner Arbeiten in Länder mit niedrigerem Lohnniveau aus (aber natürlich zahle den Leuten einen fairen Preis im Verhältnis zu ihrem Standard).

Du wirst erstaunt sein, wie viel mehr Geld du plötzlich auf die Seite bringen kannst, wie viel mehr Spaß das Leben in deiner neuen Umgebung macht, wie viele mehr gleichgesinnte Digitale Nomaden du triffst (vor allem hier in Thailand, oder in Vietnam, oder in den Philippinen) und so weiter.

Okay, ich muss jetzt eine Mail an meinen Freelancer in Marokko schreiben – es ist 9:20 Uhr dort drüben, und er sollte mittlerweile an seinem Computer sein.